Häufige Veränderungen, die nach dem 75. Lebensjahr auftreten können, und wie man auf gesunde Weise damit umgeht….
Viele Menschen stellen sich das Altern als einen gleichmäßigen, gut vorhersehbaren Prozess vor. Die moderne Altersforschung zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Rund um das 75. Lebensjahr beginnt für den Körper eine neue biologische Phase. Diese geht nicht mit plötzlichen Beschwerden einher, sondern mit langsamen, inneren Anpassungen, die zunächst kaum auffallen, langfristig jedoch spürbare Auswirkungen haben können.
Diese Veränderungen betreffen alle Menschen – unabhängig davon, wie gesund sie gelebt haben. Entscheidend ist nicht, ob sie auftreten, sondern wie gut man sie versteht und sich darauf einstellt.
Im Folgenden werden fünf häufige körperliche Veränderungen beschrieben, die im höheren Alter beobachtet werden.
5. Der Schlaf wird leichter und verschiebt sich
Mit zunehmendem Alter verändert sich der natürliche Schlafrhythmus. Die Tiefschlafphasen, die für Regeneration und Gedächtnis wichtig sind, werden kürzer. Gleichzeitig nimmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin allmählich ab.
Viele ältere Menschen werden abends früher müde und wachen morgens zeitiger auf. Der Schlaf kann häufiger unterbrochen sein, ohne dass er insgesamt „schlechter“ ist. Oft ist er einfach anders strukturiert als früher.
Der Versuch, frühere Schlafgewohnheiten zwanghaft beizubehalten, kann unnötigen Stress verursachen. Ein angepasster Rhythmus unterstützt hingegen die Erholung.
4. Die Temperaturwahrnehmung verändert sich
Die Fähigkeit des Körpers, Wärme und Kälte auszugleichen, lässt mit dem Alter nach. Gründe dafür sind unter anderem eine dünner werdende Haut, ein langsamerer Stoffwechsel und veränderte Nervensignale.
Dadurch frieren ältere Menschen schneller oder reagieren empfindlicher auf Hitze. Auch das Durstgefühl kann weniger zuverlässig sein. Ein bewusster Umgang mit Raumtemperatur, Kleidung und Flüssigkeitszufuhr gewinnt daher an Bedeutung.
3. Die Verdauung arbeitet langsamer
Ab etwa 75 Jahren verlangsamt sich die Verdauung auf natürliche Weise. Die Produktion von Magensäure und Enzymen nimmt ab, die Darmbewegung wird ruhiger.
Lebensmittel, die früher problemlos vertragen wurden, können nun schwerer im Magen liegen. Das ist keine Erkrankung, sondern eine normale Anpassung des Körpers. Kleinere Mahlzeiten und leicht verdauliche Kost können hier deutlich entlasten.
2. Das Gleichgewicht wird weniger stabil
Mehrere Faktoren beeinflussen im Alter das Gleichgewicht gleichzeitig: Veränderungen im Innenohr, eine langsamere Reizverarbeitung im Gehirn, nachlassende Muskelspannung und ein verändertes Sehvermögen.
Das bedeutet nicht, dass Bewegung unsicher wird – wohl aber, dass der Körper mehr Zeit braucht, um auf unerwartete Situationen zu reagieren. Gute Beleuchtung, sichere Schuhe und gezielte Übungen können das Risiko von Stürzen deutlich senken.
1. Der Muskelabbau nimmt zu
Der altersbedingte Muskelabbau beschleunigt sich im höheren Lebensalter. Das wirkt sich nicht nur auf Kraft aus, sondern auch auf Ausdauer, Stabilität und Energie.
Muskeln reagieren weniger stark auf Reize, und Erholungsprozesse dauern länger. Deshalb ist regelmäßige Bewegung wichtiger denn je – auch in moderater Form. Schon kurze, regelmäßige Aktivitäten helfen, Muskelmasse und Selbstständigkeit zu erhalten.




