Manche Dinge, die wir unwillkürlich tun, können sowohl negative als auch positive Auswirkungen haben. Deshalb ist es wichtig, über alle Aspekte unseres Lebens informiert zu bleiben. Denn eine einfache Gewohnheit kann uns vor vielen schwierigen Situationen bewahren oder zu unangenehmen führen.

Aus den oben genannten Gründen möchten wir Ihnen etwas erklären, das Sie wahrscheinlich schon nach dem Sex mit Ihrem Partner getan haben. Falls nicht, bedenken Sie die Vorteile und probieren Sie es aus, wenn Sie sich damit wohlfühlen, sobald der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich weiß nicht, ob es Ihnen genauso geht wie mir, aber nach dem Sex mit meinem Partner verspüre ich oft Harndrang.
Der menschliche Körper ist so perfekt, dass er fast wie eine autonome Maschine funktioniert, und wir tun unwillkürlich Dinge, die für seine einwandfreie Funktion sehr förderlich sind. Wasserlassen nach dem Sex ist eine dieser Handlungen, die der Körper als notwendig erkennt. Kommen wir also gleich zur Sache und ich erkläre die Vorteile.
Unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr verspüren viele Frauen Harndrang, was völlig natürlich ist und eine wichtige Funktion im Körper erfüllt. Hebamme Bella Jamett erklärt, dass die Gebärmutter auf der Blase liegt und die Bewegung beim Sex Reibung erzeugt, die den Harndrang auslöst.
„Beim Geschlechtsverkehr steigt die glomeruläre Filtrationsrate in den Nieren. Wichtig ist auch, dass der Körper beim Orgasmus einer Frau Sexualhormone wie Oxytocin ausschüttet, das direkt mit Lustempfinden zusammenhängt. Nach dem Geschlechtsverkehr nimmt der Harndrang zu“, erklärt Katiuska Rojas, Präsidentin des Hebammenverbandes der Metropolregion. Die Expertin betont, dass dieser Urin reines Wasser mit einer geringen Konzentration an Harnstoff und Elektrolyten ist; daher ist es normal, dass er nicht gelblich oder geruchlos ist.
„Wichtig ist es, regelmäßig Wasser zu lassen, um Harnwegsinfektionen vorzubeugen, insbesondere bei Frauen mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen oder mit Nierenerkrankungen oder Diabetes“, erklärt die Hebamme. „Wenn wir den Urin hingegen zurückhalten, kann dies einen idealen Nährboden für Bakterien schaffen.“
Andererseits reinigt Wasserlassen die Harnröhre und die Vulva und trägt so zum Schutz der Vaginalgesundheit vor möglichen Krankheitserregern bei. Auch die Klitoris spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Das häufigste Bakterium, das Harnwegsinfektionen verursacht, ist Escherichia coli. Wenn sich die Klitoris durch Lustempfindungen erweitert, schützt der Orgasmus die Harnröhre und verhindert so, dass sie während des Geschlechtsverkehrs gefährdet wird“, erklärt Rojas. Die Expertin vergleicht diesen Vorgang mit einem Airbag-System, das die Harnröhre schützt. Es handelt sich um einen natürlichen physiologischen und anatomischen Mechanismus des Körpers, der ihn vor äußeren Einflüssen bewahrt, die Harnwegsinfektionen auslösen können.



