Klingeln im Ohr? Was Tinnitus wirklich bedeutet und wann man einen Arzt aufsuchen sollte.
Haben Sie schon einmal ein Klingeln, Summen, Zischen oder Pfeifen im Ohr bemerkt, obwohl es um Sie herum ganz still ist? Dann sind Sie nicht allein. Dieses Phänomen nennt man Tinnitus. Oft ist es harmlos, manchmal kann es aber auch auf ein zugrundeliegendes Gesundheitsproblem hinweisen, das ärztlich abgeklärt werden sollte.
Zu verstehen, was Tinnitus wirklich bedeutet – und zu wissen, wann man einen Arzt aufsuchen sollte – kann Ihnen helfen, Ihr Gehör und Ihr allgemeines Wohlbefinden zu schützen.

Was ist Tinnitus?
Tinnitus ist die Wahrnehmung von Geräuschen ohne äußere Schallquelle. Die Geräusche können in einem Ohr, in beiden Ohren oder sogar im Kopf wahrgenommen werden. Sie können konstant oder intermittierend, leise oder laut sein und sich im Laufe der Zeit verändern.
Gängige Beschreibungen sind:
- Klingeln
- Summen
- Summen
- Zischen
- Klicken
- Brüllen
Tinnitus selbst ist keine Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom für etwas anderes, das im Hörsystem oder im Körper vor sich geht.

Warum entsteht Tinnitus?
Tinnitus entsteht, wenn das Gehirn abnormale Signale vom Hörsystem empfängt. Verschiedene Faktoren können diesen Prozess auslösen.
1. Hörverlust (häufigste Ursache)
Altersbedingter Hörverlust oder Schäden durch Lärm können die feinen Haarzellen im Innenohr beeinträchtigen. Wenn diese Zellen nicht mehr richtig funktionieren, kann das Gehirn dies durch die Erzeugung von Phantomgeräuschen kompensieren.
2. Einwirkung von Lärm
Häufige Einwirkung lauter Musik, Maschinen, Konzerte oder Kopfhörer mit hoher Lautstärke kann das Gehör überstimulieren und schädigen, was zu vorübergehendem oder dauerhaftem Tinnitus führen kann.
3. Ohrenschmalzverstopfung
Zu viel Ohrenschmalz kann das Trommelfell reizen oder die Schallübertragung blockieren und so ein Klingeln oder Summen verursachen.
4. Ohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen
Entzündungen oder Flüssigkeitsansammlungen im Mittel- oder Innenohr können die Hörsignale beeinträchtigen und Tinnitus auslösen.
5. Medikamente
Manche Medikamente sind ototoxisch, das heißt, sie können das Gehör beeinträchtigen. Dazu gehören bestimmte Antibiotika, Schmerzmittel (bei übermäßigem Gebrauch), Diuretika und Chemotherapeutika.
6. Stress und Angst
Hoher Stress verursacht zwar nicht direkt Tinnitus, kann aber die Wahrnehmung des Geräusches verstärken, indem er die Empfindlichkeit des Gehirns gegenüber inneren Geräuschen erhöht.
7. Sonstige Erkrankungen
Zu den weniger häufigen Ursachen gehören:
- Erkrankungen des Kiefergelenks
- Bluthochdruck
- Kopf- oder Nackenverletzungen
- Kreislaufprobleme

Arten von Tinnitus
Das Verständnis der Art des Tinnitus, an dem Sie leiden, kann Ärzten helfen, dessen Ursache zu bestimmen.
Subjektiver Tinnitus
- Die häufigste Form
- Nur du kannst den Klang hören
- Meist im Zusammenhang mit Hörverlust oder Nervenproblemen
Objektiver Tinnitus (selten)
- Ein Arzt kann das Geräusch während einer Untersuchung hören.
- Oftmals im Zusammenhang mit der Durchblutung oder Muskelkontraktionen in der Nähe des Ohrs
Ist Tinnitus gefährlich?
In den meisten Fällen ist Tinnitus nicht lebensbedrohlich. Anhaltender oder sich verschlimmernder Tinnitus kann jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu Folgendem führen:
- Schlafstörungen
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Angst oder Reizbarkeit
- Emotionaler Stress
Deshalb ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln – selbst wenn das Geräusch selbst harmlos erscheint.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei Tinnitus sollten Sie ärztlichen Rat einholen:
- Hält länger als ein paar Tage
- Tritt nur in einem Ohr auf
- Geht mit Hörverlust einher
- Kann mit Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Kopfschmerzen einhergehen.
- Tritt plötzlich nach einer Kopfverletzung auf
- Ist pulsierend oder rhythmisch (klingt wie ein Herzschlag)
Diese Anzeichen können auf einen Zustand hinweisen, der eine professionelle Untersuchung erfordert.
Wie wird Tinnitus diagnostiziert?
Ein Gesundheitsdienstleister kann:
- Untersuchen Sie Ihre Ohren auf Verstopfung oder Infektion.
- Überprüfen Sie Ihre Krankengeschichte und Ihre Medikamente.
- Führen Sie einen Hörtest (Audiometrie) durch.
- Ordnen Sie gegebenenfalls bildgebende Verfahren an.
Ziel ist es, wann immer möglich, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren und zu behandeln.

Kann Tinnitus behandelt werden?
Es gibt kein Allheilmittel, aber viele Menschen erfahren Linderung durch eine angemessene Behandlung.
Gängige Ansätze umfassen:
- Behandlung von Ohrenschmalzansammlungen oder Infektionen
- Anpassung oder Änderung der Medikamente
- Hörgeräte (insbesondere bei Hörverlust)
- Klangtherapie oder weißes Rauschen
- Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken
In vielen Fällen wird der Tinnitus mit der Zeit weniger wahrnehmbar, da sich das Gehirn anpasst.
So schützen Sie Ihre Ohren: Einfache Präventionstipps
- Halten Sie die Lautstärke Ihrer Kopfhörer auf einem sicheren Niveau.
- In lauten Umgebungen Gehörschutz verwenden
- Vermeiden Sie längere Einwirkung lauter Geräusche. Advertisement
- Stress reduzieren und ausreichend schlafen
- Lassen Sie Ihr Gehör regelmäßig untersuchen, wenn Sie gefährdet sind.

Fazit
Ohrgeräusche können beunruhigend sein, sind aber oft ein Warnsignal des Körpers, dass das Gehör Aufmerksamkeit benötigt. Obwohl Tinnitus meist harmlos ist, sollten anhaltende oder ungewöhnliche Symptome niemals ignoriert werden.
Im Zweifelsfall ist es immer ratsam, einen Arzt oder Hörgeräteakustiker zu konsultieren. Eine frühzeitige Untersuchung kann Ihnen Gewissheit geben und Ihr Gehör langfristig schützen.
Ihre Ohren leisten jeden Tag Schwerstarbeit. Auf ihre Signale zu achten, ist der erste Schritt, sie gesund zu erhalten.
Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bitte konsultieren Sie Ihren Arzt bezüglich Ihrer Gesundheit und Ihres medizinischen Zustands.



